Am 23. Dezember 2025 übergab Peter Waterman die Leitung von Aqualiner — einschließlich der Dienste Waterbus, WaterShuttle und VMR — an Johan de Haas. Ein bekanntes Gesicht im Netzwerk von Verkehrsbetreibern, Schiffbauern und Behörden, die sich für Mobilität in der Region einsetzen. Wir sprachen mit ihm über seinen Werdegang, seine ersten hundert Tage und seine Vision für die Rolle von Aqualiner in den kommenden Jahren.
Können Sie etwas über sich selbst erzählen und über den Weg, der Sie zu Aqualiner geführt hat?
„Ich bin in Zwijndrecht aufgewachsen und war schon als Kind von den Fährdiensten in der Region umgeben. Nach meinem Studium des Maschinenbaus begann ich meine Karriere in der Petrochemie, wollte jedoch näher am Endprodukt arbeiten. Deshalb wechselte ich zu Damen Shipyards, wo ich zehn Jahre lang an schnellen Fähren sowie später an der Entwicklung und Vermarktung neuer Schiffskonzepte beteiligt war.
Meine Mitarbeit beim Fährdienst Maassluis–Rozenburg hat meinen Blick auf die regionale Erreichbarkeit stark geprägt. Da Damen Anteilseigner von Aqualiner ist, wurde ich anschließend der zentrale Ansprechpartner zwischen beiden Organisationen. In einer Phase großer Herausforderungen habe ich gemeinsam mit der Provinz Südholland, den Gemeinden und dem Aqualiner-Team an einem zukunftsfähigen Plan gearbeitet, der heute die Grundlage für die kommenden Jahre bildet.“
Worauf möchten Sie sich in Ihren ersten hundert Tagen als CEO besonders konzentrieren?
„In meinen ersten Monaten steht eines im Vordergrund: unsere Mitarbeitenden. Die Flotte ist wichtig, aber es sind die Menschen, die den täglichen Betrieb ermöglichen. Ich möchte zuhören, Menschen kennenlernen und verstehen, was in allen Bereichen der Organisation passiert. Gleichzeitig sehe ich Chancen, unsere kommerziellen Aktivitäten weiterzuentwickeln — nicht nur über den WaterShuttle nach Kinderdijk, sondern auch durch die Unterstützung regionaler Infrastrukturprojekte. Wir können mehr leisten, als wir es heute tun.“
Welche Rolle sehen Sie für den Wasserverkehr in der zukünftigen Mobilität der Region?
„Wir stehen vor großen Veränderungen in der Mobilität. Der Druck auf das Straßennetz nimmt zu, und Städte wollen weniger abhängig vom Autoverkehr sein. Daher ist es logisch, dem Wasserverkehr einen festen Platz im Mobilitätssystem zu geben. Da viele Städte am Wasser liegen, können wir dort direkte Verbindungen anbieten, wo der Platz an Land begrenzt ist. Zudem bieten die in den kommenden Jahren anstehenden umfangreichen Instandhaltungsarbeiten an Straßen und Brücken eine hervorragende Gelegenheit, Reisenden diese alternative Transportform näherzubringen.“
Welche Chancen sehen Sie im Bereich Nachhaltigkeit und Innovation?
„Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. Die Waterbus-Linie 22 ist bereits vollständig elektrisch. Die Elektrifizierung längerer Strecken ist technisch möglich, jedoch stellt die Netzüberlastung eine Herausforderung dar. Deshalb prüfen wir auch Lösungen wie Smart Energy Hubs und Batteriespeicherung. Für den Fährdienst Maassluis–Rozenburg ist ein neues elektrisches Schiff mit automatisiertem An- und Ablegen geplant. Das erhöht die Effizienz und die Sicherheit für die Besatzung. Automatisierung ist kein Selbstzweck; sie muss die Sicherheit erhöhen und die Arbeitsbelastung reduzieren.“
Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Provinz, den Gemeinden und touristischen Organisationen?
„Diese Zusammenarbeit ist entscheidend. Mobilität funktioniert nur dann gut, wenn die verschiedenen Verkehrsformen sinnvoll miteinander verknüpft sind — etwa durch Anbindungen an Radwege, ergänzenden öffentlichen Nahverkehr und Parkmöglichkeiten am Stadtrand. Auch für touristische Verbindungen ist Kooperation unerlässlich. Das Potenzial der Region ist groß, und gemeinsam können wir hier viel Mehrwert schaffen.“
Was möchten Sie für unsere Fahrgäste und Mitarbeitenden bewirken?
„Ich möchte auf der Arbeit von Peter Waterman und dem Team aufbauen. Aqualiner ist in den vergangenen Jahren stabiler und zuverlässiger geworden, und das ist das Fundament. Mein Ziel ist es, diese Basis zu bewahren und gleichzeitig neue Möglichkeiten zu entwickeln, die sowohl den Fahrgästen als auch den Mitarbeitenden zugutekommen. Zudem sehe ich Chancen für Verbindungen zu besonderen Zielen wie Kinderdijk. Die Region bietet viele Möglichkeiten, die wir in den kommenden Jahren weiter erschließen möchten.“
Über Aqualiner
Wenn Sie unterwegs sind, steht Ihr Ziel im Mittelpunkt. Doch egal, wohin die Reise geht: Sie möchten effizient und mit Freude ankommen. Genau dafür sorgt Aqualiner. Mit Waterbus, WaterShuttle und VMR bieten wir in den Niederlanden hochwertigen, sicheren und gut erreichbaren Transport über die Binnengewässer. Auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder bei einem Ausflug.
Über Johan de Haas
„Geboren in Rotterdam, aufgewachsen an der Lindtsedijk in Zwijndrecht und heute wohnhaft in Dordrecht, gemeinsam mit meiner Frau Mirjam und unseren beiden Kindern Lisa (13) und Leon (10). Dadurch kenne ich die Region sehr gut.
In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Technik — sei es beim Heimwerken oder beim Schrauben an Motorrädern und Booten. Außerdem versuche ich, regelmäßig Fahrrad zu fahren oder eine Runde zu laufen, auch wenn das leider nicht immer so häufig gelingt, wie ich es mir wünschen würde.“